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Landwirtschaft und Tourismus

Zwillinge von Mutter Erde

Kulturland ist Landwirtschaftsland
Ein Blick in das Tal Wagrain-Kleinarl reicht, um zur tiefen Erkenntnis zukommen, dass Tourismus und Landwirtschaft Zwillingskinder von Mutter Erde sind, Nachkommen von dem ein und demselben Biotop sind, von den gleichen Ressourcen leben und deren nachhaltige Existenz für immer und ewig aneinander gebunden ist. 

Die Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft, die den Charme und den Charakter des Wagrain-Kleinarl Tales ausmachen, liegt alleinig in Bauernhand - und das seit Generationen. Auch junge Bauernfamilien, die zeitgemäß wirtschaften kennen keine 5 Tage Woche, keinen 8 Stundentag und haben keine 5 Wochen im Jahr Urlaub. Bauernleben heißt an 365 Tagen für Haus und Hof und für einen gesunden Tierbestand verantwortlich zu sein und arbeiten ohne auf die Uhr zu sehen. Ohne dem großen Idealismus und ohne die enge Bindung zu seinem Hof und zur Natur, ohne den Zusammenhalt in den bäuerlichen Familien wäre die Bewirtschaftung der Höfe im Tal Wagrain-Kleinarl, die allermeisten davon Bergbauernhöfe mit erschwerten Wirtschaftsbedingungen, nicht möglich.

Die Existenz der Zwillinge Tourismus und Landwirtschaft ist nicht einseitig
Ein funktionierender Tourismus bietet der regionalen kleinbäuerlichen Landwirtschaft auch große Chancen. So ist Urlaub am Bauernhof bei Sommer- und Wintergästen ein sehr beliebtes Produkt und haben gepflegte Unterkünfte auf den Bauernhöfen eine überdurchschnittliche Auslastung. Die Vermietung ist für viele Bauernfamilien in Wagrain-Kleinarl eine wichtige Einkommensquelle und das zweite Standbein. Die Voraussetzung für Tourismus in den Alpen ist die Erschließung der Täler und Berge mit touristischer Infrastruktur wie Wander- und Radwegen, Skipisten und Loipen, Bergbahnen, Ski- und Wanderbussen, … . Deren Errichtung, Erhaltung und Betrieb ist ein großer Aufwand und muss Jahr für Jahr finanziert werden. Den Grund und Boden für diese Einrichtungen stellen wiederum die Bauern zur Verfügung. Viele Höfe in Wagrain-Kleinarl sind im Nebenerwerb geführt, da das Einkommen aus dem Hof, selbst mit den Förderungen, nicht ausreicht um davon leben zu können. Das heißt Bauern und/oder die Bäuerinnen gehen einer anderen Arbeit nach. Dank Tourismus im Tal, gibt es viele Möglichkeiten und ein ausreichendes regionales Jobangebot: bei den Bergbahnen, in der Gastronomie und Hotellerie, bei den Handwerksbetrieben, … . 

Aber wofür bin ich Bauer?
Das ist alles schön und gut und so kann man ein gutes Leben führen, seinen Hof erhalten und in seinem Heimatort leben, aber dafür ist man nicht Bauer oder Bäuerin geworden. Die tiefe Wurzel, der eigentliche Sinn, die Identität der Bauernschaft ist es Lebensmittel zu produzieren und vom Erlös ihrer Produkte leben zu können. Das ist der Ansatz den die Initiative Bio aus dem Tal verfolgt. Für die Einheimischen und die Gäste beste, regionale und gesunde Bio-Lebensmittel zu produzieren und dafür im Tal und in der Region Abnehmer zu finden, die dies wertschätzen und bereit sind, für die handwerklich erzeugte Bio-Qualität einen fairen Preis zu zahlen. 

 

Fair aber nicht teuer
Der Preis für Bio aus dem Tal-Lebensmittel ist höher als konventionelle Ware - aus gutem Grund. In Bezug auf die Qualität und den Genuss haben die Bio aus dem Tal Produkte den allerhöchsten Standard - regionaler und nachhaltiger geht es nicht. Dabei bleibt der Preis im Rahmen und für jedermann leistbar - Voraussetzung bleibt die Wertschätzung für die Arbeit der Bauern und Qualität der regionalen Bio-Produkte beim Konsumenten. 

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Landwirtschaft und Skitourismus
Der alpine Wintersport, der Flächenbedarf dafür und vor allem der Energiebedarf für die Beschneiung der Skipisten, wird mitunter von Außenstehenden sehr kritisch gesehen. Dabei sind nur 0,5 % der gesamten Fläche des Salzburger Landes, einer führenden, hocherschlossenen Wintersportregion, Skipisten. Auf die Landwirtschaft bezogen, gehen den Bauern keine Flächen für Wiesen und Weiden für Pisten und Loipen verloren und ist der Ertrag auf diesen Flächen nicht geringer. Vielfach ist die Bewirtschaftung leichter geworden und die Bio-Diversität auf den Pisten ist sehr hoch. Die Skipisten sind Wiesen und Almweiden, wie es die Bilder und das Video der Bewirtschaftung des Shuttleberges Flachauwinkl-Kleinarl im Sommer in eindrucksvoll zeigen. Die Skihütten betreiben ausschließlich einheimische Bauernfamilien bzw. deren Nachkommen in erster und inzwischen auch zweiter Generation.

Also, eine klare Win-Win-Situation zwischen Tourismus und Landwirtschaft. Obwohl uns das Bild der Zwillinge von Mutter Erde für Tourismus und Landwirtschaft, die in untrennbarer und beidseitig erfolgreicher Koexistenz leben und wirtschaften besser gefällt.

Video: